Nun ist unsere Swantje schon drei Jahre tot.

In manchen Momenten meines Lebens ist es gerade so, als wenn es diesen schrecklichen Tod nicht gegeben hätte, sie strahend oder motzend, was sie ja so gut konnte, zur Tür herein käme.

Dann aber wieder ist dieses furchtbare Ereignis in unserer Familie so präsent, als wenn des Schreckliche gerade erst geschehen wäre.

Ich kann zwar heute an der Unfallstelle mit dem Kreuz am Wegrand, das die Schriftzüge ihres Namens trägt, schon wieder vorbeifahren ohne Tränen vergießen zu müssen, anhalten aber muß ich immer noch und sei es nur für das Zeichen des Kreuzes auf meiner Brust.

Wenn ich an das erste Jahr nach Swantjes Tod denke, bin ich immer wieder erstant, daß ich all die Trauer überlebte, ohne in eine völlige Lethargie einer Trauer zu fallen.

Ich hatte mir einen stillen Begleiter gesucht, ein Buch mit leeren Seiten, in das ich so manches Mal, fast täglich, Briefe schreib, Briefe an diese Enkeltochter, von der ich ja keine Himmelsadresse hatte und natürlich auch nie bekommen werde.

An dieser Stelle möchte ich nun einen dieser Briefe veröffentlichen und hoffe, daß eine solche Form der Trauerbewältigung für vielleicht manche Betroffene machahmenswert und hilfreich sein könnte.